Hochsensibilität & Neurodivergenz bei Kindern

Hochsensibilität & Neurodivergenz bei Kindern

Vielfalt statt Norm: Jedes Kind leuchtet auf eigene Weise.

Neurodiversität bei Kindern

Neurodiversität bei Kindern ist ein Konzept, das beschreibt, dass die Gehirne aller Menschen unterschiedlich funktionieren. Daraus entstehen Unterschiede im Denken, Lernen, Verhalten und in der Wahrnehmung der Welt. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um eine natürliche Variation des menschlichen Gehirns, oft als „anders verdrahtet“ bezeichnet. Der Ansatz betont die Vielfalt und Einzigartigkeit neurologischer Entwicklungen, ohne sie als Defizit zu werten. Nur zwei Untergruppen werden in Deutschland aufgrund der Ausprägungen als "Störungen" deklariert. In anderen Ländern wiederum werden Kinder mit derartigen Strukturen  als besonders begabt angesehen und deshalb von der Industrie gezielt gesucht und gefödert.


Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick der verschieden Formen und unterschiedlichen Ausprägungen der Neurodivergenz.

Neurodiversität bei Kindern

Neurodiversität bei Kindern bezieht sich auf angeborene Unterschiede im Denken, Lernen und Verhalten. Der Ansatz betont die Vielfalt und Einzigartigkeit neuro-logischer Entwicklungen, ohne sie als Defizit zu werten.

  • Autismus,
  • Legastehnie,
  • Hochbegabung oder
  • AD(H)S sind Formen der Neurodivergenz.

Hochsensibilität bei Kindern

Hochsensible Kinder nehmen über ihre fünf Sinnekanäle Informationen intensiver wahr als Gleichaltrige, da ihr Nervensystem Reize gründlicher verarbeitet. Etwa 15-20 % der Kinder sind betroffen.

Typische Merkmale:

  • Sie gelten als empathisch,
  • kreativ
  • tiefgründig,
  • leiden schnell unter Reizüberflutung, was zu Wutausbrüchen, Rückzug oder Erschöpfung führt.

Hochsensibilität bei Kindern

Hochsensible Kinder nehmen über ihre fünf Sinnekanäle Informationen intensiver wahr als Gleichaltrige, da ihr Nervensystem Reize gründlicher verarbeitet. Etwa 15-20 % der Kinder sind betroffen.

Typische Merkmale:

  • Sie gelten als empathisch,
  • kreativ
  • tiefgründig,
  • leiden schnell unter Reizüberflutung, was zu Wutausbrüchen, Rückzug oder Erschöpfung führt.

Hochsensitivität bei Kindern

Hochsensitive Kinder sind, ähnlich wie Hochsensible, feinfühliger in Bezug auf ihre Sinneswahrnehmungen. Bei diesen Kindern sind i.d.R. die intuitiven Fähigkeiten noch stärker vorhanden: 

  • Empathie,
  • Wahrnehmung,
  • Präkognition, also Wahrnehmungen, die über normale Sinneswahr-nehmungen hinausgehen.

Hochsensitivität bei Kindern

Hochsensitive Kinder sind, ähnlich wie Hochsensible, feinfühliger in Bezug auf ihre Sinneswahr-nehmungen. Bei diesen Kindern sind i.d.R. die intuitiven Fähigkeiten noch stärker vorhanden: 

  • Empathie,
  • Wahrnehmung,
  • Präkognition, also Wahrnehmungen, die über normale Sinneswahr-nehmungen hinausgehen.

Scanner-Persönlichkeiten bei Kindern

Diese Kinder bevorzugen Vielfalt statt Routine.

Typische Merkmale:

  • Viele Interessen: Begeisterung für unterschiedliche Themen, häufiges Wechseln von Fokus.
  • Schnelles Lernen in Kernaspekten: Sie tauchen tief in neue Themen ein, verlieren aber oft das Interesse, wenn die Beschäftigung über längere Zeit hinweg monoton wird.
  • Geringe Geduld für Routine.
  • Hoher Entdeckerdrang.
  • Starke Kreativität: Divergente Denkmuster, Ideenvielfalt, oft originelle Lösungen.

Scanner-Persönlichkeiten bei Kindern

Diese Kinder bevorzugen Vielfalt statt Routine.

Typische Merkmale:

  • Viele Interessen: Begeisterung für unterschiedliche Themen, häufiges Wechseln von Fokus.
  • Schnelles Lernen in Kernaspekten: Sie tauchen tief in neue Themen ein, verlieren aber oft das Interesse, wenn die Beschäftigung über längere Zeit hinweg monoton wird.
  • Geringe Geduld für Routine.
  • Hoher Entdeckerdrang.
  • Starke Kreativität: Divergente Denkmuster, Ideenvielfalt, oft originelle Lösungen.

Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) bei Kindern umfassen Unterschiede in Kommunikation, sozialer Interaktion und Verhaltensmustern.

Typische Merkmale:

  • Kommunikation und Sprache: Verzögerungen oder Schwierigkeiten beim Verstehen nonverbaler Signale, begrenzter Gesprächseifer.
  • Soziale Interaktion: Herausforderungen beim Aufbau und Halten von Freundschaften, Verständnis sozialer Regeln/Normen.
  • Wiederholte Verhaltensweisen und eingeschränkte, aber tiefgründige Interessen: Rituale, festgefahrene Routinen, starke Fixierungen auf einzelne Themen.
  • Sinnes-empfindlichkeiten: Über- oder Unterempfindlichkeit gegenüber Reizen

Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) bei Kindern umfassen Unterschiede in Kommunikation, sozialer Interaktion und Verhaltensmustern.

Typische Merkmale:

  • Kommunikation und Sprache: Verzögerungen oder Schwierigkeiten beim Verstehen nonverbaler Signale, begrenzter Gesprächseifer.
  • Soziale Interaktion: Herausforderungen beim Aufbau und Halten von Freundschaften, Verständnis sozialer Regeln/Normen.
  • Wiederholte Verhaltensweisen und eingeschränkte, aber tiefgründige Interessen: Rituale, festgefahrene Routinen, starke Fixierungen auf einzelne Themen.
  • Sinnes-empfindlichkeiten: Über- oder Unterempfindlichkeit gegenüber Reizen

Vielbegabung bei Kindern

Kinder, die in vielen Bereichen ungewöhnlich starke Fähigkeiten, schnelle Lernfähigkeit und großes Interesse an vielen Themen zeigen.

Typische Merkmale:

  • Hohe Lernkurve in mehreren Bereichen: schnelles Verstehen neuer Konzepte, Tiefgründigkeit bei Themen, gutes abstraktes Denken. Deshalb oft Langeweile im Unterricht sowie Frustration bei langsamerem Lernfortschritt.
  • Große Neugier und Vielseitigkeit: Interesse an vielen Themen gleichzeitig. Deshalb Schwierigkeiten mit Routinen und Geduld.
  • Kreativität und originales Denken: ungewöhnliche Lösungsansätze, Querdenken. Dadurch soziale Unterschiede: Gleichaltrige haben oft andere Interessen.
  • Ausgeprägte Mustererkennung und Problemlösekompetenz. Deshalb oft Überforderung durch zu viele Projekte.
  • Sensibilität und Intensität: starke emotionale Reaktionen und Empathie. Soziale Eingliederung kann schwierig sein.

Vielbegabung bei Kindern

Kinder, die in vielen Bereichen ungewöhnlich starke Fähigkeiten, schnelle Lernfähigkeit und großes Interesse an vielen Themen zeigen.

Typische Merkmale:

  • Hohe Lernkurve in mehreren Bereichen: schnelles Verstehen neuer Konzepte, Tiefgründigkeit bei Themen, gutes abstraktes Denken. Deshalb oft Langeweile im Unterricht sowie Frustration bei langsamerem Lernfortschritt.
  • Große Neugier und Vielseitigkeit: Interesse an vielen Themen gleichzeitig. Deshalb Schwierigkeiten mit Routinen und Geduld.
  • Kreativität und originales Denken: ungewöhnliche Lösungsansätze, Querdenken. Dadurch soziale Unterschiede: Gleichaltrige haben oft andere Interessen.
  • Ausgeprägte Mustererkennung und Problemlösekompetenz. Deshalb oft Überforderung durch zu viele Projekte.
  • Sensibilität und Intensität: starke emotionale Reaktionen und Empathie. Soziale Eingliederung kann schwierig sein.

Hochbegabung bei Kindern

Vielbegabte (Scanner-Persönlichkeiten) begeistern sich für viele verschiedene Themen und sind oft Generalisten. Hochbegabte zeigen eine überdurch-schnittliche intellektuelle Leistungs-fähigkeit (IQ > 130), die oft mit tiefem, fokussiertem Interesse in speziellen Bereichen einhergeht. 

Hochbegabung bei Kindern

Vielbegabte (Scanner-Persönlichkeiten) begeistern sich für viele verschiedene Themen und sind oft Generalisten. Hochbegabte zeigen eine überdurch-schnittliche intellektuelle Leistungs-fähigkeit (IQ > 130), die oft mit tiefem, fokussiertem Interesse in speziellen Bereichen einhergeht. 

ADS - ADHS bei Kindern

Das Aufmerksamkeitsdefizit ggfs. mit Hyperaktivitätsstörung beschreibt Muster von Aufmerksamkeitsproblemen, Impulsivität und häufig auch motorischer Unruhe. Typische Merkmale:

  • Aufmerksamkeitsauffälligkeiten: Schwierigkeiten, sich lange zu konzenteren, Aufgaben zu Ende zu bringen, leich ablenkbar.
  • Hyperaktivität/ motorische Unruhe: Zappeln, Unruhe, Schwierigkeiten still zu sitzen.
  • Impulsivität: Unüberlegte Reaktionen, Unterbrechungen, spontane Entscheidungen.
  • Stimmungsschwankungen und Frustration: Reizbarkeit, schnell frustriert bei Aufgaben, die Geduld erfordern.

ADS - ADHS bei Kindern

Das Aufmerksamkeitsdefizit ggfs. mit Hyperaktivitätsstörung beschreibt Muster von Aufmerksamkeitsproblemen, Impulsivität und häufig auch motorischer Unruhe. Typische Merkmale:

  • Aufmerksamkeitsauffälligkeiten: Schwierigkeiten, sich lange zu konzenteren, Aufgaben zu Ende zu bringen, leich ablenkbar.
  • Hyperaktivität/ motorische Unruhe: Zappeln, Unruhe, Schwierigkeiten still zu sitzen.
  • Impulsivität: Unüberlegte Reaktionen, Unterbrechungen, spontane Entscheidungen.
  • Stimmungsschwankungen und Frustration: Reizbarkeit, schnell frustriert bei Aufgaben, die Geduld erfordern.

Differenzierung schwierig

Es ist oft schwierig, zwischen verschiedenen Neurodiversitäten bei Kindern zu unterscheiden. Unterscheidende Merkmale wie Aufmerksamkeits-prozesse, Sprach- und Kommunikationsverhalten, soziale Interaktion und sensorische Verarbeitung treten häufig gemeinsam auf, wodurch klare Abgrenzungen herausfordernd werden.


Deshalb dient die nachfolgende Darstellung der Hochsensiblität nur als Beispiel für die Herausforderungen der Neurodivergenz.

Differenzierung schwierig

Es ist oft schwierig, zwischen verschiedenen Neurodiversitäten bei Kindern zu unterscheiden. Unterscheidende Merkmale wie Aufmerksamkeits-prozesse, Sprach- und Kommunikationsverhalten, soziale Interaktion und sensorische Verarbeitung treten häufig gemeinsam auf, wodurch klare Abgrenzungen herausfordernd werden.


Deshalb dient die nachfolgende Darstellung der Hochsensiblität nur als Beispiel für die Herausforderungen der Neurodivergenz.

Hochsensibilität

Hochsensible Persönlichkeit (HSP)

Menschen mit einer überdurchschnittlichen Sensibilität (hochsensibel, hochsensitiv, hypersensitiv, übersensitiv) nehmen Sinneseindrücke verstärkt wahr. Hierbei kann sich die Überempfindlichkeit auf alle Sinneseindrücke auswirken (visuell, auditiv, olfaktorisch, gustatorisch, taktil). Darüber hinaus ist meist die nicht sensorische Wahrnehmung (z.B. Empathie, Visionen, Vorahnungen) bei hochsensiblen Persönlichkeiten (HSP) sehr stark ausgeprägt. In der Literatur wird dieses Phänomen damit begründet, dass sich die Erregungs- und Hemmungsprozesse im Nervensystem von Nicht-HSP differenzieren.

Hochsensibilität

Hochsensible Persönlichkeit (HSP)

Menschen mit einer überdurchschnittlichen Sensibilität (hochsensibel, hochsensitiv, hypersensitiv, übersensitiv) nehmen Sinneseindrücke verstärkt wahr. Hierbei kann sich die Überempfindlichkeit auf alle Sinneseindrücke auswirken (visuell, auditiv, olfaktorisch, gustatorisch, taktil). Darüber hinaus ist meist die nicht sensorische Wahrnehmung (z.B. Empathie, Visionen, Vorahnungen) bei hochsensiblen Persönlichkeiten (HSP) sehr stark ausgeprägt. In der Literatur wird dieses Phänomen damit begründet, dass sich die Erregungs- und Hemmungsprozesse im Nervensystem von Nicht-HSP differenzieren.

Das Nervensystem von HSP

Bei HSP wird das Nervensystem schneller und intensiver erregt, während die hemmenden Prozesse vermindert wirken. Demzufolge erreichen HSP viel schneller ihren subjektiv empfundenen Stresszustand, benötigen mehr Ruhe und Entspannung sowie die Einhaltung ihres Biorhythmus.

Man geht davon aus, dass etwas 15-20% aller Menschen von Hochsensibilität betroffen sind, das entspricht ca. 16 Millionen in der BRD. Sogar höhere Säugetiere weisen denselben Prozentsatz an hochsensiblen Tieren auf. Bereits im Säuglingsalter weisen 15-20% der Babys eine höhere Reizempfindlichkeit auf, welche sie durch intensives Schreien, verängstige Gesichtsausdrücke oder Fluchtreaktionen ausdrücken. Der Schutz vor einer Überstimulation, die transmarginale Hemmung, setzt bei diesen Babys ebenfalls früher ein als bei Nicht-HSP.

Die Besonderheiten bei Hochsensibilität

Die Besonderheiten bei Hochsensibilität

  • Kreativität: ob musikalisch, künstlerisch, poetisch oder tänzerisch dank der hohen Vorstellungskraft
  • Leidenschaft: intensive Hingabe, Eintauchen in die Aufgabe/ andere Welt
  • Erkenntnis: tiefgründigere und detailliertere Auseinandersetzung mit und Interpretation von Gegebenheiten
  • Empathie: Wünsche, Absichten, Motive oder Gefühle anderer auf kognitiver, emotionaler und/ oder sozialer Ebene wahrnehmen = interpersonelle Intelligenz
  • Intrapersonelle Intelligenz: Wahrnehmung, Benennung, Unterscheidung der eigenen Emotionen
  • Intuition: für Gefahren, Chancen aber auch für die Einschätzung menschlichen Verhaltens und von Gefühlslagen
  • Gute Fähigkeit zum Zuhören
  • Großes Harmoniebedürfnis
  • 7. Sinn: Vorahnungen, Visionen 

Die Herausforderungen bei Hochsensibilität

Die Herausforderungen bei Hochsensibilität

  • Neigung zu Stresskrankheiten: Zum einen erreichen sie schneller ihren subjektiven Stresszustand als andere, zum anderen beansprucht die Stressverarbeitung sowohl aufgrund der Persönlichkeitsstruktur als auch der gesellschaftlichen Gegebenheiten mehr Zeit.
  • Hohe Vulnerabilität
  • Starke Stimmungsschwankungen: sowohl durch die Überstimulation als auch durch die Launen anderer
  • Hohe Affinität zur Depression, Phobien und Aggressionen, wenn die Person eine schlimme Kindheit durchlebt oder in armen Familienverhältnissen aufgewachsen ist.
  • Schwächeres Immunsystem: Die Immunabwehr wird durch dauerhaften Stress enorm reduziert.
  • Neigung zu Allergien: Auch auf Umwelteinflüsse reagiert der Körper der HSP übersensibel.
  • Stärkere Reaktion auf Medikamente: Oftmals benötigen sie eine niedrigere Dosis an Medikamenten.
  • Vermehrte Substanzempfindlichkeit: z.B. gegenüber Kaffee, Alkohol, Nikotin und Drogen
  • Introvertiertheit: Hiermit ist nicht die Schüchternheit oder Ängstlichkeit gegenüber Mitmenschen gemeint, welche HSP oftmals ausbilden, wenn sie traumatisiert wurden. Hierunter versteht man den Aspekt, dass HSP aufgrund der emotionalen und physiologischen Übererregbarkeit sowohl auf einen großen Freundeskreis als auch auf große Feiern/ Unternehmungen verzichten. Qualität vor Quantität.

Hochsensibilität in der Kindheit

Da gerade hochsensitive Kinder Ihre Mitmenschen und Umwelt intensiver wahrnehmen, spüren sie auch inter- und intrapersonelle Konflikte, Probleme der Eltern, Spannungen sowie negative Erziehungsstile. Sie neigen dazu, den Eltern helfen zu wollen, erbringen dafür viele Opfer und vergessen dabei, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.

Bei langanhaltendem Stress kann bei HSP die Verarbeitung intensiver Eindrücke nicht vollständig abgeschlossen werden, der verbleibende Rest wird in dann einfach ins Unterbewusstsein transferiert. Daraus resultiert oftmals der Eindruck, etwas sei mit ihnen nicht in Ordnung; dies führt zur Schüchternheit und nicht selten zur Isolation oder Entwicklung einer negativen Emotionalität.

Die Verwechslung von Hochsensibilität mit AD(H)S

Die Verwechslung von HSP mit AD(H)S

Da sich viele Symptome bei AD(H)S mit denen der Hochsensibilität und Hochbegabung decken, kann es leicht zur Fehldiagnose kommen. Die Unterschiede liegen in den Wahrnehmungs- und Denkstilen. Ein echter AD(H)S-Betroffener nutzt den analytischen Wahrnehmungs- und Denkstil, welcher schnell und effektiv ist. Die Reizoffenheit führt entweder zu impulsivem und hyperaktivem Verhalten (ADHS) oder zu Lethargie und Gedankenversunkenheit (ADS). Der unechte AD(H)S-Betroffener (=HSP) verfügt über holistische Wahrnehmungs- und Denkstrukturen, welche ihm schöpferisches Denken ermöglichen. Auch bei den Hochsensiblen wird zwischen einem stillen zurückhaltenden Typen und einem aktiven, stimulationssuchenden Typen unterschieden. Letzterer Typ ist damit bestrebt, ein optimales Aktivierungsniveau aufrechtzuerhalten, um Monotonie oder Langeweile zu vermeiden.

Hochsensibilität und Hochbegabung

Hochsensibilität & Hochbegabung

Es besteht eine sehr enge Verknüpfung zwischen Hochsensibilität und Hochbegabung und kann im Hinblick auf Diagnosen ebenfalls mit AD(H)S verwechselt werden. Auch hochbegabte Kinder werden auf intellektueller, emotionaler, sozialer und sensorische Ebene mit Reizen überflutet. Bei leichteren Aufgaben stehen sie sich öfter selbst im Weg, da sich ihnen gleichzeitig mehrere Lösungsmöglichkeiten offenbaren und sie sich mit der Entscheidung schwer tun. Normaldenkende kommen im Vergleich schneller zur Lösung - dies führt zur Frustration und zum Scheitern von leichteren Aufgaben.


  • Die Ursachen für eine Hochbegabung werden in den genetischen Gegebenheiten und den Umwelteinflüssen vermutet. Die Hochbegabung kann in den Bereichen Intellekt (sprachlich, technisch, mathematisch), Sozialem, Musik/Kunst, Emotionalem oder Psychomotorik vorliegen. Z.B. sind 2 von 100 Personen intellektuell hochbegabt (IQ>130 Punkte).
  • Allerdings gibt es bisher nur für den intellektuellen Bereich validierte, wissenschaftliche Tests. Alle anderen Bereiche werden meist per Fragebogen und Gesprächen erfasst.

Hochsensibilität als Erwachsener

Wer als Erwachsener hochsensibel ist, war es bereits als Kind, doch in den meisten Fällen wurde es (noch) nicht erkannt, weil dieses Thema erst kürzlich die Aufmerksamkeit der Wissenschaft erlangt hat. In extremeren Fällen könnte sogar fälschlicherweise eine Krankheitsdiagnose in Form von Aufmerksamkeits-defizitsyndrom (ADS) ausgesprochen worden sein, da viele Persönlichkeitsausprägungen denen des anerkannten Krankheitsbildes ähneln. Fest steht jedoch, dass Hochsensibilität nicht als Krankheitsbild anerkannt und in den ICD-10-Katalog aufgenommen wurde, sondern eher als besondere Persönlichkeits-merkmale und Fähigkeiten angesehen wird. Jedoch erachte ich es als wichtig, zu erwähnen, dass eine hohe Korrelation zwischen einer sensiblen Grundpersönlichkeit und psychischen Erkrankungen besteht, wenn die Person eine schwierige Kindheit durchlebt hat oder in armen Familienverhältnissen aufgewachsen ist. In dieser Kombination entwickeln signifikant viele HSP Depressionen und/oder (soziale) Phobien. Wie so oft gibt es auch hier vorab Anzeichen dafür, dass die Sensibilität in eine Krankheit über-gehen könnte wie z.B.: Verminderung der Genuss-, Beziehungs- Leistungs- oder Arbeitsfähigkeit.